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Verbraucherzentralen warnen

(vom 16.01.2020)

Stromvertrag mit Bonus lohnt sich oft nicht

Verbraucher sparen bei Verträgen mit Bonuszahlung nur im ersten Jahr, die Einsparungen sind aber überschaubar und liegen im Schnitt bei 44 Euro. Das belegt eine aktuelle Untersuchung des Marktwächters Energie der Verbraucherzentralen. Gemäß dieser waren die untersuchten Tarife ab dem zweiten Jahr fast immer teurer als verbraucherfreundliche Vergleichstarife – meist sogar im Vergleich zur Grundversorgung.

Zudem bekomme nicht jeder Kunde den Bonus, teilweise ist die Auszahlung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Unterm Strich wiegt die bonusbedingte Ersparnis im ersten Vertragsjahr die Mehrkosten im zweiten Vertragsjahr nicht auf, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Berechnung der tatsächlichen Ersparnis gestaltete sich dabei laut den Verbraucherschützern schwierig. Beispielsweise würden Boni manchmal verbrauchsabhängig berechnet und manchmal nicht. Dies sei auf den Vergleichsportalen aber oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. "Um mehr Preistransparenz für Verbraucher zu schaffen, sollten Vergleichsportale den Bonus bei der Ermittlung des Gesamtpreises nicht berücksichtigen“, fordert Philipp von Bremen, Geschäftsbereichsleiter Verbraucherpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Besondere Fallstricke lauerten auch bei der Auszahlung der Boni. Im Frühwarnnetzwerk des Marktwächters Energie sollen Fälle eingegangen sein, bei denen die Stromanbieter die Boni erst nach Aufforderung durch den Kunden zahlten. Einige Anbieter schließen die Auszahlung in bestimmten Fällen aus, beispielsweise wenn der Kunde umzieht, selbst dann, wenn er den Vertrag am neuen Wohnort fortführt. Auch diese Information sei manchmal nur im Kleingedruckten zu finden, heißt es.

Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip teilt diese Einschätzung und hat nach eigenen Angaben bereits 2018 vor Bonus-Tarifen gewarnt. "Wer auf Vergleichsportalen nach einem günstigen Stromtarif sucht, sollte aufpassen“, empfiehlt Ines Rutschmann, Energieexpertin des Finanztips. Viele Vergleichsportale seien so voreingestellt, dass Boni in die angezeigten Preise mit eingerechnet seien. Das mache einen objektiven Vergleich schwierig.

 

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